Ein Blick auf das Playoff-Rennen in der National League

Published on 18 July 2025 by Stefan Dillinger

Liebe Baseballgemeinde, willkommen zum All-Star Break. Die spielfreie Zeit nutze ich, um einen kurzen Überblick über das Playoffrennen zu geben.

Wer sich für das Playoffrennen in der American League interessiert kann das hier nachlesen: Ein Blick auf das Playoff-Rennen in der American League

National League East

Philadelphia Phillies

Die Spitze der NL East präsentiert sich als das spannendste Rennen der National League. Die Philadelphia Phillies führen die Tabelle mit einer Bilanz von 55-41 (.573) an. Seit Ende Mai (36-21, .632) haben die Phillies 19 Siege bei 20 Niederlagen eingefahren, sie haben also etwas an Schwung verloren. Ihre starke Heimbilanz von 30-16 zeigt, dass das Citizens Bank Park weiterhin eine Festung darstellt, Auswärts (25-25) spielen sie aber nur .500er-Ball.

Mit einem Strength of Schedule von .496 (Rang 17 in der MLB), liegen sie im Mittelfeld der Liga, vergliche mit den Mets (.511, Rang 7) könnte das ein Vorteil für sie sein. Die Offense um Bryce Harper liegt nur im Mittelfeld der Liga (gemessen and OPS und Runs scored), aber die Rotation um Zack Wheeler und Aaron Nola liefert die nötige Leistung (4. in Runs allowed) um mit einer mittelmäßigen Offense die Siege einzufahren.

New York Mets

Direkt dahinter lauern die New York Mets mit 55-42 (.567) und nur einem halben Spiel Rückstand. Sie haben seit Ende Mai (35-22, .614) eine ähnliche Bilanz wie die Phillies (20-20), es ist also zur Zeit eher ein Schneckenrennen als ein Duell auf höchstem Niveau. Wie schon erwähnt haben sie ein schwereres Restprogramm als die Phillies (.511, Rang 7). Juan Soto hat nun auch endlich zu seiner Form gefunden und gemeinsam mit Pete Alonso steht er an der Spitze der Offensive der Mets; beide haben einen OPS von über .900 und mehr als 20 HRs. Die Mets und Phillies spielen noch 7 mal in 2 Serien gegeneinander und beide müssen noch auf einen Trip an die Westküste. Es wird spannend zu sehen sein, wer die Division am Ende gewinnen kann.

Der Rest ohne Chance auf die Playoffs

Die Miami Marlins (44-51, .463) haben sich trotz begrenzter Erwartungen vor der Saison tapfer geschlagen und zeigen mit ihrer jungen Mannschaft viel Potenzial für die Zukunft. Ende Mai standen sie mit 11 Spielen unter .500 am Ende der Division. Ein 8-Game-Winning-Streak Ende Juni hat sie aber auf den 3. Platz in der Division katapultiert.

Die Atlanta Braves (42-53, .442) und Washington Nationals (38-58, .396) erleben eine enttäuschende Saison und haben mit den Playoffs nichts mehr zu tun. Die Braves haben noch eine 3,4%ige Chance auf die Playoffs, die Nationals stehen bei 0%.

National League Central

Chicago Cubs

Die NL Central wird klar von den Chicago Cubs dominiert, die mit 57-39 (.594) die beste Bilanz der Division aufweisen. Seit Ende Mai haben die Cubs jedoch ein wenig an Schwung verloren: von 35-22 (.614) auf 57-39 (.594) bedeutet eine Bilanz von 22-17 in den letzten sechs Wochen, immernoch positiv aber man verliert aktuell Boden gegenüber den Brewers. Ihr Restprogram mit einem Strength of Schedule von .482 (Rang 28) ist eines der leichtesten Restprogramme der Liga; eine Chance, die sie nutzen könnten.

Die Cubs haben eine beeindruckende Transformation vollzogen und sich von einem mittelmäßigen Team zu einem legitimen Contender entwickelt. Offensiv sind sie mit 512 erzielten Runs 2. hinter den Dodgers, das Pitching ist allerdings nur Mittelmaß. An der Spitze der offensiven Entwicklung steht beispielhaft Pete Crow-Armstrong, der mit einem WAR von 4,9 aktuell 3. in der MLB und mit 25 HR 6. in der MLB ist. Ihre Playoffchancen liegen bei 94%.

Milwaukee Brewers

Die Milwaukee Brewers (56-40, .583) haben eine dramatische Wende erlebt. Ende Mai standen sie noch bei 30-28 (.517) und haben seitdem eine beeindruckende Bilanz von 26-12 abgeliefert, der beste Lauf aller NL-Teams in diesem Zeitraum.

Sie sind weder offensiv noch defensiv unter den Top Teams, sind aber überall im forderen Mittelfeld platziert. Mit einem Strength of Schedule von .515 (Rang 5) haben sie eines der schwersten Restprogramme, was ihre Aufholjagd erschwert. Sie spielen noch 8 Mal gegen die Cubs, können also in den direkten Duellen noch viel bewegen. Aktuell halten sie die erste Wildcard und haben eine Playoffwarhscheinlichkeit von 83%.

St. Louis Cardinals

Die St. Louis Cardinals (51-46, .526) haben seit Ende Mai (32-25, .561) eine Bilanz von 19-21 und sind 6,5 Spiele hinter die Cubs zurückgefallen. Ähnlich wie die Rays, machen die Cardinals wieder Cardinals Dinge und halten sich immer am Rande des Playoffrennen um dann in der zweiten Hälfte aufzudrehen und doch noch in die Playoffs zu kommen (man wird sehen müssen ob es wieder so kommt).

Die Cincinnati Reds (50-47, .515) sind seit Ende Mai (29-29, .500) etwas stärker geworden (21-18) und haben mit einem Strength of Schedule von .522 (Rang 1) das schwerste Restprogramm der National League; Fangraphs gibt ihnen noch 11% Chance auf die Playoffs. Über die Pirates am Ende der Division gibt es außer Paul Skenes nicht viel erwähnenswertes im Bezug auf die Playoffs.

National League West

Los Angeles Dodgers

Die NL West ist die Division die von mir natürlich die meinste Aufmerksamkeit bekommt. Sie wird einmal mehr von den Los Angeles Dodgers dominiert, die mit 58-39 (.598) die beste Bilanz der gesamten National League aufweisen. Die Verletzungsprobleme im Pitchingstaff zeigen sich auch in den Statistiken. Sie haben einen Team ERA von 4,63 (Platz 23 in der MLB) und haben schon 449 Runs kassiert (Platz 23). Allerdings können sie das alles mit ihrer Offensive wieder ausgleichen: 2. in OPS, 2. in HR, 1. in Runs Scored. Mit Glasnow und Ohtani sind nun auch wieder 2 starke Pitcher zurück gekommen, die ihnen sicher in den Playoffs helfen werden. Die Stärke ihres Restprogramms von .487 (Rang 25) ist eines der leichtesten Restprogramme der Liga, was ihnen helfen könnte vor den Playoffs die Kräfte und Arme zu schonen.

San Diego Padres

Die San Diego Padres (52-44, .542) stehen auf Platz 2 der Division, 5,5 Spiele hinter den Dodgers. Mit einem Strength of Schedule von .483 (Rang 27) haben sie sogar noch ein leichteres Restprogramm als die Dodgers, es scheint aber unwahrscheinlich, dass sie die noch einholen. Ihre 49% Playoffchancen kommen vorallem aus der Wildcard.

San Francisco Giants

Die San Francisco Giants (52-45, .536) überraschen mit ihrer Bilanz ein wenig, denn vor der Saison hätte damit wohl keiner so richtig gerechnet. Sie haben allerdings namhafte Neuzugänge (Adames, Verlander, Devers), für die muss es jetzt nur noch klick machen und sie müssen ihr Potential abrufen. Ein Slump im Juli zur Unzeit mit unnötigen Niederlagen gegen die White Sox und Marlins hat sie im Playoffrennen ein wenig zurückgeworfen. Devers laboriert aktuell mit ein paar Wehwehchen und das Allstar-Break sollte ihm helfen in San Francisco anzukommen und seine Verletzungen auszukurieren.

Das Team wird vorallem von ihrer Defensive getragen. Das Starting Pitching um Webb und Ray ist stark: 3,50 ERA (3. in der MLB) und das Relief -Pitching ist mit einem ERA von 3,14 sogar erstes in der MLB. Ihr Strength of Schedule von .491 (Rang 22) ist höher als das der Dodgers und Padres. Nach dem Allstar-Break starten sie direkt in Toronto, fahren dann nach Atlanta und dann kommen die Mets nach San Francisco. Ende Juli wird man also vermutlich schon wissen wohin die Reise geht und ob es zur Deadline noch einen Push für einen großen Deal geben wird.

Der Rest

Die Arizona Diamondbacks (47-50, .485) haben 11 Spiele Rückstand auf die Dodgers. Fangraphs gibt ihnen noch ca. 10% Chance auf die Playoffs. Während die Colorado Rockies (22-74, .229) eine katastrophale Saison erleben und bereits aus allen Playoff-Überlegungen ausgeschieden sind.

Wild-Card-Rennen

Im Wild-Card-Rennen würden momentan die Mets, Brewers und Padres die drei Wild-Card-Plätze belegen, aber schauen wir mal genauer hin.

Die aktuellen Wild-Card-Teams

  • Milwaukee Brewers (56-40, .583): +4,0 GB, 82,5 % Wahrscheinlichkeit
  • New York Mets (55-42, .567): +2,5 GB, 86 %
  • San Diego Padres (52-44, .542): 0 GB, 48,5 %

Die Verfolger

  • San Francisco Giants (52-45, .536): 0,5 GB, 45%
  • St. Louis Cardinals (51-46, .526): 1,5 GB, 29%
  • Cincinnati Reds (50-47, .515): 2,5 GB, 11%

Hier würde ich den Cut machen, denn die Diamondbacks (47-50, .485) haben zwar noch mathematische Chancen, aber ihr Rückstand von 5,5 Spielen ist denke ich dann doch schon zu groß. Vor allem wenn man die Verletzungen die sie in letzter Zeit ereilten berücksichtigt.

Prognosen sind im Wildcard-Rennen immer schwierig. Ich hoffe natürlich, dass die Offensive der Giants endlich aufwacht und sie ihr starkes Pitching in der zweiten Hälfte unterstützen können; sie werden nicht für immer die Spiele so offen gestalten können wie sie es bisher getan haben. Die Brewers scheinen zu stark um noch vom Wildcard Platz verdrängt zu werden. Bei den Mets bzw Phillies wird man sehen müssen, ob sie sich stabilisieren können, allerdings haben sie noch ein kleines Polster auf die Verfolger in der Wildcard. Die Cardinals und Reds scheinen mir auf der anderen Seite auch nicht stabil bzw stark genug um nochmal einen Push in die Wildcard-Plätze zu machen. Viel wird, wie auch in der American League, von der Trade Deadline abhängen und davon was in den ca. 2 Wochen bis dahin passiert. Es wird also wichtig sein, gut aus der Pause zu kommen.

Das war’s für diese Woche – wir lesen uns nächsten Montag wieder, wenn es wieder heißt: Inside the Dugout – der deutsche MLB-Wochenrückblick!

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