Venezuela gewinnt das WBC 2026

Published on 18 March 2026 by Stefan Dillinger
Inhalt

Liebe Baseballgemeinde, das World Baseball Classic 2026 ist Geschichte und hat mit Venezuela einen etwas unerwarteten Sieger. Aber gehen wir nochmal ein paar Tage zurück und schauen darauf, wie sich das Turnier nach dem letzten Artikel weiter entwickelt hat und wie es zu diesem Finale kam.

Viertelfinals

Dominikanische Republik vs Südkorea

Im ersten Viertelfinale bezwang die Dominikanische Republik Südkorea mit 10:0 in sieben Innings (nach Mercy Rule) und verbesserte ihre Bilanz auf 5-0 bei 51 erzielten Runs im Turnier, das sind elf mehr als die zweitplatzierten USA. D.R. Starter Cristopher Sanchez dominierte über fünf Innings mit acht Strikeouts bei nur 62 Pitches, bevor Albert Abreu die letzten zwei Innings makellos absolvierte. Offensiv blieb die D.R., wie schon im ganzen Turnier, sehr produktiv. Fernando Tatís Jr. brachte im zweiten Inning zwei Runs heim und Hyun-Jin Ryu musste nach nur 1⅓ Innings aus dem Spiel, ehe Austin Wells im siebten Inning per Three-Run-Homer die Mercy-Rule auslöste. Das war gleichzeitig der 15. Homerun der Dominikaner im Turnier, ein neuer WBC-Rekord.

USA vs Canada

Im zweiten Viertelfinale setzte sich Team USA gegen Canada mit 5:3 durch und zieht so ins Semifinale gegen die Dominikanische Republik ein. San Francisco Giant Logan Webb lieferte 4⅔ scoreless Innings mit fünf Strikeouts ab und übergab das Spiel mit einer 3:0-Führung an den Bullpen. Den Grundstein zu Sieg legte ein Error von Abraham Toro im dritten Inning. Sein überhasteter Wurf zu First Base ließ Harper und Judge scoren und stellte das Scoreboard auf 3:0. Im sechsten Inning erhöhten Turang und Crow-Armstrong dann auf 5:0, ehe Bo Naylors Two-Run-Homer auf 5:3 verkürzte. Canadas letzte Chance im siebten Inning mit Runnern in Scoring Position wurde durch David Bednar wegmoderiert. Mason Miller closte das Spiel souverän mit drei Strikeouts im neunten Inning.

Italien vs Puerto Rico

Am Samstag wurden dann die anderen beiden Halbfinals gespiel, das erste sogar zu einer vernünftigen Zeit. Italien gewann dabei mit 8:6 gegen Puerto Rico. Das Spiel nahm gleich fahrt auf und Willi Castro schlug einen Leadoff-Homer zum 1:0 und Seth Lugo musste gleich im ersten Inning nach nur einem Out bei drei Hits, zwei Walks und vier zugelassenen Runs den Mound verlassen und Italien führte nach dem ersten Inning bereits 4:1. Dylan DeLucia stabilisierte im Folgenden das Spiel mit vier scoreless Innings und hielt Puerto Rico in Schach. Den entscheidenden Hit lieferte dann Andrew Fischer im vierten Inning mit einem Two-Run-Double und stellte auf 8:2. Puerto Rico verkürzte im achten Inning durch Vázquez’ Two-Run-Single zwar nochmal auf 8:6, doch Nolan Arenados tiefer Flyball landete im Handschuh von Caglianone und so zog Italien ins Halbfinale ein.​​​​​​​​​​​​​​​​

Japan vs Venezuela

Im letzten Halbfinale bezwang dann Venezuela, etwas überraschend, den amtierenden Champion Japan mit 8:5 und zog erstmals seit 2009 ins WBC-Semifinale ein. Das Spiel begann mit einem Schlagabtausch der Extraklasse: Ronald Acuña Jr. schlug Yoshinobu Yamamotos zweiten Pitch für einen 401-Fuß-Homer ins Publikum, ehe Shohei Ohtani im selben Inning mit einem 427-Fuß-Blast zum 2:1 antwortete. Japan drehte das Spiel im dritten Inning durch Shota Morishitas Three-Run-Homer gegen Ranger Suárez auf 5:2. Aber Venezuela kämpfte sich zurück: Maikel Garcia verkürzte im fünften Inning mit seinem Homer auf 5:4, bevor Wilyer Abreu im sechsten einen 2-1-Fastball von Hiromi Itoh 409 Fuß über den Zaun im Right Field schlug und Venezuela mit 7:5 in Führung brachte. Ezequiel Tovar legte im achten Inning nach einem Double und einem Throwing Error zum 8:5 nach. Enmanuel De Jesus belam mit 2⅓ scoreless Innings den Win, Daniel Palencia sicherte den Save, indem er Ohtani zum abschließenden Popout zwang und damit Japans elfspieligen WBC-Winning Streak beendete.​​​​​​​​​​​​​​​​

Halbfinals

USA vs Dominikanische Republik

Im WBC-Semifinale zwischen den USA und der Dominikanischen Republik lieferten die jungen Stars beider Teams früh spektakuläre Momente ab. Im WBC-Halbfinale bezwang Team USA die Dominikanische Republik mit 2:1 vor 36.337 Zuschauern im ausverkauften LoanDepot Park in Miami.Paul Skenes limitierte das dominikanische Lineup, das in den ersten fünf Turnierspielen 51 Runs erzielt hatte, auf einen einzigen Run in 4⅓ InningsJunior Camineros 401-Fuß-Homerun im zweiten Inning. Gunnar Henderson und Roman Anthony antworteten im vierten Inning mit zwei Homeruns über kombinierte 821 Fuß. Das Relief Pitching um David Bednar, der im siebten Inning mit Runners on Second and Third Tatis und Marte strikeout, war entscheidend. Closer Mason Miller sicherte den Sieg, wobei der letzte Strike gegen Geraldo Perdomo als Ball hätte gewertet werden müssen — ein schmerzhafter Reminder, dass das Automated Ball-Strike System beim WBC nicht verfügbar war.​​​​​​​​​​​​​​​​

Venezuela vs Italien

Venezuela zog durch ein 4:2 gegen Italien ins WBC-Finale ein und trifft am Dienstag auf die USA. Nach einem 0:2-Rückstand im vierten Inning initiierte Eugenio Suárez mit einem Solo-Homerun off Aaron Nola die Aufholjagd. Den entscheidenden Durchbruch lieferte das siebte Inning: Gleyber Torres leitete ihn mit einem Leadoff Walk ein, Jackson Chourio verlängerte mit einem Two-Out Single, und anschließend schlugen Ronald Acuña Jr., Maikel Garcia sowie Luis Arraez drei aufeinanderfolgende RBI-Singles — von 2:2 auf 4:2. Loser Michael Lorenzen konnte dem Angriff nicht standhalten. Italiens starke 5:0-Bilanz im Turnierverlauf verlor damit gegen ein venezuelanisches Lineup, das bereits Japan im Quarterfinal aus dem Turnier geworfen hatte. Daniel Palencia sicherte mit drei Outs den Save.​​​​​​​​​​​​​​​​

FINALE: USA vs Venezuela

Das Finale der WBC war natürlich aufgrund der aufgeladenen politischen Situation von besonderer Bedeutung. Und Venezuela hat daraus wohl etwas mehr Energie schöpfen können und hat das WBC-Finale gegen die USA gewonnen und damit ein $320-Millionen-Roster besiegt, das in der vergangenen MLB-Saison kombiniert 382 Home Runs und 1.111 RBIs verzeichnete. Linkshänder Eduardo Rodríguez dominierte die amerikanische Offense mit vier Strikeouts, darunter zwei gegen Aaron Judge, der 0-für-4 blieb, und ließ in 5⅓ Innings nur einen Hit zu. Nach Bryce Harpers Two-Run Homer im achten Inning zum 2:2 entschied Eugenio Suárez mit einem RBI-Double im neunten Inning die Partie zugunsten Venezuelas, nachdem Pinch-Runner Javier Sanoja per Stolen Base in Scoring Position gelangt war. Die USA produzierten über die finalen zwei WBC-Spiele lediglich vier Runs und schlugen im gesamten Turnier nur .250 bei zehn Home Runz, ein ernüchterndes Fazit für den Star-gespickten Kader, der nun sein zweites WBC-Finale in Folge verloren hat.​​​​​​​​​​​​​​​​

Fazit

Venezuela hat auf dem Weg zum WBC-Sieg Japan, Italien und schließlich die USA gesschlagen, daher kann man wohl davon sprechen, dass sie ein verdienter Sieger des Turniers sind. Was das USA-Team angeht, bin ich mir unsicher was die Performance und die Einstellung angeht. Einerseits sind die Statements die sie abgegeben haben alle sehr positiv und alle heben die Stimmung hervor (sie sei sogar besser als bei der World Series gewesen), andererseits war die Leistung auf dem Feld wechselhaft und vor allem im (Halb-)Finale, dann offensiv zu wenig. Auf der anderen Seite war das ganze Turnier ein voller Erfolg voller einzigartiger Geschichten und vor allem voller Stimmung. Hoffentlich wird sich Deutschland dann für die nächste Ausgabe qualifizieren können.

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