Rückblick auf KW 32 in der MLB
Liebe Baseballgemeinde, willkommen zum Rückblick auf die Woche 32 in der Major League Baseball.
Standings
American League East
In der AL East haben sich die Toronto Blue Jays mit einer soliden Woche (6–4 in den letzten zehn Spielen) weiter an der Spitze gehalten. Ihr Vorsprung auf die Konkurrenz beträgt vier Spiele. Der unspektakuläre Record täuscht etwas über die doch spektakulären Spiele hinweg, denn die Blue Jays spielten in Colorado beendeten ihren Sweep gegen die Rockies mit einem spektakulären 20:1-Sieg. Insgesamt sammelten die Blue Jays in dieser Serie 63 Hits und 45 Runs. Dahinter haben die Boston Red Sox (65–54) trotz zweier Niederlagen am Wochenende gegen die Padres den zweiten Platz weiter fest im Griff. Denn die New York Yankees rutschen nach nur 3 Siegen aus den letzten 10 Spielen etwas ab und haben aktuell nur noch ein halbes Spiel Vorsprung auf die Guardians im Wildcard-Rennen. Sie haben vor Allem Probleme in der Defensive, exemplarisch scheint da aktuell die Situation um Devin Williams. Im zehnten Inning im Spiel gegen die Astros kassierte er drei Runs und machte jede Chance auf einen Sieg zunichte. Sein erster Pitch war ein Wild Pitch, der den automatic Runner Altuve nach Hause brachte. Danach servierte er Taylor Trammell einen center-cut Changeup für einen Two-Run-Homer. Williams ist seit Juli wieder in derselben katastrophalen Form wie zu Saisonbeginn. Diese Woche allein blew er bereits zwei Saves in Texas gegen schwächere Hitter wie Joc Pederson und Rowdy Tellez. Gestern wurde er dann nicht mehr als Closer sondern als Reliever im 6. Inning eingesetzt und konnte dort mit 3 Strikeouts überzeugen. Die Yankees verloren trotzdem 1:7. Die Tampa Bay Rays und Baltimore Orioles haben mit den Playoffs nichts mehr zu tun.
American League Central
Die Detroit Tigers (68–51) bleiben klar an der Spitze der AL Central, spielen aktuell aber nur .500er Ball. Dahinter pirschen sich die Cleveland Guardians mit 8 Siegen aus den letzten zehn Spielen ein wenig heran und sind in der Division nur noch 6 Spiele und der WildCard nur noch 0.5 Spiele hinter den Yankees. Die Kansas City Royals halten sich mit knapp unter .500 und 4GB in Schlagdistanz zu den Wild Cards. Die Minnesota Twins (56-61) und Chicago White Sox (43–75) haben mit den Playoffs nichts mehr zu tun.
American League West
Im Westen liefern sich die Houston Astros (66–52) und Seattle Mariners (66–53) wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Mariners haben mit sieben Siegen in Serie (gegen die White Sox und Rays) und 9–1 in den letzten zehn Spielen gerade den deutlich besseren Lauf und haben nur noch ein halbes Spiel Rückstand auf die Astros. Dahinter verlieren die Texas Rangers mit vier Niederlagen am Stück an Boden und haben in der Division nun schon 6,5 Spiele Rückstand, während die Los Angeles Angels (56-62) und Athletics (53-67) die Tabelle von unten betrachten.
National League East
In der NL East verlieren die New York Mets (63-55) aktuell massiv an Boden. Nur ein Sieg aus den letzten 10 Spielen und aktuell eine sieben-Spiele Niederlagenserie (gegen die Guardians und bei den Brewers) lassen den Rückstand auf die Philadelphia Phillies (68–49) auf 5,5 Spiele anwachsen. Dahinter bleiben die Miami Marlins (57–61) klar unter .500 und haben wieder etwas an Schwung verloren; sie haben am Wochenende eine 5-Spiele Serie gegen die Atlanta Braves (51-67) gespielt und 4 davon verloren. Die Washington Nationals (47-70) bilden das Ende der Division.
National League Central
Die Milwaukee Brewers (73–44) sind mit neun Siegen in Serie das heißeste Team der Liga und haben ein überragendes +132 Run Differential, allerdings haben sie aktuell ein paar Verletzungssorgen (u.a. Chourio, Hoskins, Bauers, Misiorowski). Seit sie die Pocket Pancakes verkaufen, die ihr Manager immer im Dugout zu essen scheint, haben sie nicht mehr verloren. 6 Spiele dahinter bleiben die Chicago Cubs (67–50), sie sind aber immernoch solide im Wild Card-Rennen platziert und halten aktuell die erste Wildcard. Während sich die Cincinnati Reds (62–57) und die St. Louis Cardinals (60–59) mit solidem Baseball weiter im Wildcardrennen halten können. Am Tabellenende stecken weiterhin die Pittsburgh Pirates (51–68) fest.
National League West
Die Los Angeles Dodgers (68–50) halten sich weiter solide an der Spitze der NL West, während die San Diego Padres (66–52) mit 7 Siegen aus den letzten 10 Spielen den Rückstand auf zwei Spiele verkürzen konnten. Die San Francisco Giants (59–59) bleiben mit einer .500-Bilanz noch knapp im Wildcard Rennen (4 GB), während die Arizona Diamondbacks (57–61) knapp dahinter stehen (6 GB). Ganz hinten verlieren die Colorado Rockies (30–87) weiter reihenweise Spiele.
Wild-Card
In der AL-Wild-Card haben die Seattle Mariners (66–53) dank ihres Laufs die Spitzenposition übernommen, gefolgt von den Boston Red Sox (65–54) und New York Yankees (62–56). Knapp dahinter lauern die Cleveland Guardians (61–56), die mit 8–2 zuletzt das heißeste Team hinter Seattle waren. Die Texas Rangers (60–59), Kansas City Royals (58–60) und Tampa Bay Rays (57–62) haben noch kleine Chancen.
In der NL-Wild-Card führen die Chicago Cubs (67–50) vor den San Diego Padres (66–52) und New York Mets (63–55), die allerdings, wie oben erwähnt, in einer tiefen Krise stecken. Die Cincinnati Reds (62–57) lauern nur 1,5 Spiele dahinter, und auch die St. Louis Cardinals (60–59) und San Francisco Giants (59–59) können sich ob der Schwäche der Mets wohl weiter noch Hoffnungen machen.
Serien der Woche
Houston Astros @ Miami Marlins
Nach dem katastrophalen Sweep in Boston vorletzte Woche trafen die Houston Astros (Divisionsführung auf unter 4 Spiele geschrumpft) nun auf die überraschend starken Miami Marlins (55-55, 6 Serien-Siege in Folge). Die Marlins haben sich dank einer historischen Juli-Pitching-Performance (2.60 ERA) und Kyle Stowers’ All-Star-Saison (.295/.374/.568, 24 HRs) trotz ihres .500-Records als gefährlicher Gegner etabliert. Houston kämpft mit einer desaströsen 7-15-Bilanz in den letzten 22 Spielen, während Miami mit nichts zu verlieren ein idealer Gegner für weitere Probleme darstellt.
Im ersten Spiel schlugen die Astros die Marlins dann deutlich mit 8:2 und beendeten damit deren fünf Spiele andauernden Winning Streak. Der Schlüsselmoment war das vierte Inning, in dem die Astros nach einem perfekten Start von Sandy Alcantara die Schleusen öffneten. Jeremy Peña eröffnete mit einem Double, bevor Jesús Sánchez, in seinem ersten Spiel gegen seinen früheren Klub nach dem Trade Deadline Deal, mit einem RBI-Double antwortete. Yainer Diaz legte mit einem Two-Run-Double nach, Carlos Correa steuerte einen RBI-Single bei und Christian Walker machte per Fielder's Choice das fünf-Run-Inning komplett. Tyler Alexander dominierte für Houston mit sechs Strikeouts bei nur drei zugelassenen Hits über sieben Innings. Zwar machten Back-to-Back Pinch-Hit Home Runs von Javier Sanoja und Derek Hill im siebten Inning das Spiel kurzzeitig spannend, doch Mauricio Dubón und Cam Smith stellten im achten Inning den alten Abstand wieder her.
Die Astros konnten dann im zweiten Spiel ihre Serie gegen Miami erfolgreich fortsetzen und sicherten sich mit einem 7-3-Sieg die Serie. Jose Altuve eröffnete spektakulär mit einem Two-Run-Homer im ersten Inning, seinem 19. der Saison, und machte damit Geschichte: 728 Extra-Base-Hits übertreffen Lance Berkman in der Franchise-Historie. Yainer Diaz brach das Spiel mit einem Three-Run-Homer im fünften Inning endgültig auf und wurde zum Offensive Player of the Game gekürt. AJ Blubaugh übernahm als “bulk pitcher” die Hauptlast und lieferte solide 5 Innings ab.
Spencer Arrighetti kehrte dann im Rubber Game nach viermonatiger Verletzungspause auf den Mound zurück, aber sein Starting-Debut geriet zum Desaster. Sechs Hits allein im ersten Inning brachten die Marlins mit 3:2 in Führung, nachdem Christian Walker die Astros früh mit einem Two-Run-Blast auf 2:0 gebracht hatte. Arrighetti kassierte in 3⅔ Innings insgesamt 11 Hits und 5 Earned Runs, das hatte er sich wohl nicht so vorgestellt. Die Offense kämpfte sich tapfer zurück: Mauricio Dubón und Carlos Correa mit Back-to-Back-Doubles, Victor Caritini mit einem RBI-Double. Trotz 12 Hits und einer Bases-Loaded-Situation im neunten Inning reichte es aber nicht und die Astros verloren 4-6.
Toronto Blue Jays @ Los Angeles Dodgers
Die Los Angeles Dodgers standen nach einer enttäuschenden 3:5-Niederlage gegen die Cardinals vor dem nächsten schweren Test: Die Toronto Blue Jays kamen in die Stadt. Die Blue Jays verbuchten gerade 63 Hits und 45 Runs in drei Spielen gegen Colorado, der beste Three-Game-Stretch seit 1900. Das Highlight am Freitagabend: Clayton Kershaw trifft auf Max Scherzer, zwei Future Hall of Famers mit über 3.000 Strikeouts. Es ist ihr fünftes Aufeinandertreffen seit 2008. Toronto führt die Liga mit .270 Batting Average und .340 OBP an, während ihr Pitching Staff nur Platz 20 belegt. Und die Padres lagen mittlerweile nur noch zwei Spiele in der NL West zurück.
Und so konnten die Dodgers am Freitag mit 5:1 im Duell der Pitcher-Legenden gewinnen. Clayton Kershaw dominierte über sechs Innings trotz sieben Hits und kassierte nur einen Run. Sein Gegenüber Max Scherzer hielt ebenfalls stark dagegen, musste sich aber geschlagen geben. Mookie Betts war der entscheidende Faktor mit einem Two-Run-Homer im fünften Inning, sein erster seit dem 5. Juli. Die Blue Jays konnten trotz zehn Hits nur einen Run produzieren.
Im zweiten Spiel feierten die Dodgers dann einen Kantersieg (9:1) gegen die Blue Jays. Blake Snell feierte sein erstes Start im Dodger Stadium seit April und lieferte sofort ab: fünf Strikeouts in den ersten beiden Innings. Shohei Ohtani erreichte einen weiteren Meilenstein und wurde mit seinem 40. Homerun der Saison zum schnellsten Dodger der Franchise-Geschichte, der diese Marke erreichte. Der Solo-Shot gegen Chris Bassitt im fünften Inning kam im 117. Spiel der Saison. Außerdem scheint Mookie Betts endlich wieder seinen Rhythmus gefunden zu haben, nach seinem Two-Run-Homer am Freitag war die Erleichterung förmlich greifbar. Die Dodgers sicherten sich damit die Serie gegen Toronto und bauten ihren Vorsprung in der NL West wieder auf drei Spiele aus, nachdem die Padres gegen Boston verloren hatten.
Die Blue Jays vermieden am Sonntag den Sweep mit einem spektakulären 5:4-Comeback-Sieg. Nach einem frühen 1:0 durch Bo Bichette und Vladimir Guerrero Jr. gerieten die Jays schnell in Rückstand, als Shohei Ohtani und Freddie Freeman jeweils Solo-Homeruns gegen Eric Lauer schlugen. Der Wendepunkt kam im achten Inning mit Back-to-Back-Homeruns von Vlad Jr. und Addison Barger gegen Blake Treinen. Ernie Clement sorgte im neunten Inning mit einem Leadoff-Homer gegen Alex Vesia für die entscheidende 5:4-Führung. Trotz einer katastrophalen Performance von Closer Jeff Hoffman, der fünf Walks in sieben At-Bats zuließ, rettete Mason Fluharty den Sieg mit zwei entscheidenden Outs bei Bases loaded.
Spieler der Woche
Als Spieler der Woche muss ich natürlich Justin Verlander nominieren, denn er schrieb am Sonntag ein weiteres Kapitel seiner legendären Karriere, als er gegen die Washington Nationals seinen 3.500. Strikeout komplettierte und damit als zehnter Pitcher der MLB-Geschichte diese Marke erreichte. Der 42-jährige Rechtshänder schaffte es mit drei Strikeouts im ersten Inning, doch die Freude währte nur kurz. Was als historischer Moment begann, entwickelte sich schnell zu einem weiteren frustrierenden Nachmittag für Verlander und die Giants. Washington zündete im zweiten Inning ein Vier-Run-Feuerwerk und demontierte die Giants letztendlich mit 8:0 vor 40.000 Fans im Oracle Park. Er ist nun nur noch elf Strikeouts von Walter Johnson entfernt, der Neunter auf der All-Time-Liste ist. Trotzdem bleibt seine Saison-Bilanz ernüchternd: 1-9 Record bei einem 4.53 ERA in 20 Starts. Ironischerweise kam der Meilenstein nach Verlanders bester Phase der Saison: In seinen drei vorherigen Auftritten hatte er einen 0.60 ERA mit 14 Strikeouts über 15 Innings gezeigt. Verlander selbst zieht Parallelen zu seiner 2022er Cy Young-Saison und betont, dass seine “Stuff” stimmt – nur die Ergebnisse frustrieren weiterhin.
Around the League
- Dieses Wochenende schrieb die MLB Geschichte, denn Jen Pawol wurde zur ersten weiblichen Umpire, die hinter der Home Plate arbeitete, ein Meilenstein, den sie mit beeindruckender Routine absolvierte. Nach ihrem historischen Debüt als erste Frau bei einem Regular-Season-Spiel am Samstag im Doubleheader, übernahm Pawol am Sonntag die anspruchsvollste Position beim 7:1-Sieg der Braves gegen die Marlins. Manager Clayton McCullough lobte ihre Gelassenheit: “I think she’s very composed back there.” Auch Braves-Pitcher Joey Wentz zeigte sich zufrieden mit ihren Calls. Die 48-Jährige bewies, dass sie bereit für die große Bühne ist. Seit 2016 arbeitete sie sich durch die Minor Leagues hoch, war 2023 bei der Triple-A Championship und dieses Jahr wieder im Spring Training dabei. Als Rover-Umpire ist ihr nächster MLB-Einsatz noch ungewiss, aber ihre Performance spricht für weitere Auftritte. Ein großer Tag für den Baseball!
- Die Red Sox haben Roman Anthony langfristig unter Vertrag genommen, ein Move, der die Franchise transformieren könnte. Anthony, geboren 2004 im Jahr des ersten Red Sox World Series-Sieges nach 86 Jahren, wird zum Kernstück eines jungen Kerns um Garrett Crochet, Ceddanne Rafaela und Brayan Bello. Anders als die Championship-Teams von 2004-2018, die regelmäßig umgebaut wurden, bietet diese Konstellation erstmals nachhaltigen Erfolg mit derselben Gruppe. Wenn Owner John Henry jetzt noch entsprechend investiert, könnten die Red Sox eine neue Dynasty aufbauen.
- Shohei Ohtani schlug diese Woche seinen 39. Homerun was gleichzeitig sein 1.000. Career-Hit war. Trotz des historischen Meilensteins verloren die Dodgers das Spiel mit 3:5 gegen die Cardinals.
Vorschau auf die kommende Woche
Und zu guter Letzt, wie immer, die Vorschau auf besonders interessante Spiele der nächsten Woche.
Zu Beginn der Woche spielen die Phillies bei den Reds, die Cubs in Toronto, die Red Sox bei den Astros und die Padres bei den Giants.
Am Wochenende sticht vor allem die Serie der Padres in LA hervor. Außerdem spielen die Mariners bei den Mets und die Brewers bei den Reds.
Das war’s für diese Woche – wir lesen uns nächsten Montag wieder, wenn es wieder heißt: Inside the Dugout – der deutsche MLB-Wochenrückblick!
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